Der Wochenrückblick: Räume-Träume, Zitty-Logik und ein Bezirk mit Fragezeichen

Die Woche startete und endete mit Lichtenberg. Montag ganz konkret, körperlich, räumlich, Freitag gedanklich, aber nicht weniger intensiv. Was war los?
Ja die Räume in Lichtenberg. Ihr erinnert euch? Gesehen und gedanklich schon die Wandfarbe ausgesucht. Wenn da nicht der Haken wäre. Der namens Lichtenberg, der dazu führte, dass wir die Sache dann doch abhakten. Aber irgendwie auch nicht. Die Räume blieben in unseren Köpfen. Tauchten immer wieder auf – ob bei der Entwicklung unseres Elevator Pitches, bei der Markenpositionierung oder bei der Finanzplanung. Immer wieder der Satz: „Was das angeht, wären die Räume in Lichtenberg ja perfekt.“

Zeit für eine dritte Meinung. Also baten wir unseren Coach, sich Lage und Location am Montag mal anzusehen. Ihr Eindruck bestätigte unser Nicht-loslassen-können. Und selbst das Argument mit der vermeintlich nicht so attraktiven Lage konnte sie nicht so recht nachvollziehen. Ok, Plattenbau in Sichtweite – so what? Wäre der Friedrichshainer Nordkiez eine Etage höher gelegen, wäre er auch in Sichtweite. Silvia hatte bei der Anfahrt auch gleich den Tram-Test gemacht: Fünf Minuten von der Ring- und U-Bahn. Zumutbar, oder?

Lichtenberg ist also wieder im Rennen. Was nicht heißt, dass alle Zweifel ausgeräumt sind. Aber wir haben mal angefangen, uns etwas genauer mit dem Bezirk zu beschäftigen. Äh, sorry, mit dem SZENEbezirk. Jawohl. Laut Zitty liegt Lichtenberg auf Platz elf der Kieze, die stark im Kommen sind. Und die Berliner Zeitung ist der Meinung “Alle wollen nach Lichtenberg”. Günstige Miete, zentrale Lage und viel Grün locken immer mehr „Junge, Kreative“ an, die sich die Mieten im benachbarten Friedrichshain nicht mehr leisten können oder wollen. Wir wären also quasi unter den Pionieren, die Lichtenberg zu mehr Vielfalt verhelfen. Schöner Gedanke, finden wir.

Vielleicht ist das alles aber auch gar nicht wichtig. Was die Zitty sagt. Wie der Plattenbau aussieht. Und ob alle plötzlich dahinwollen oder nicht. Wer in den juggleHUB kommt, möchte ja gar nicht bummeln, feiern oder stundenlang Latte Macchiato in der Sonne schlürfen und hippe Leute beobachten. Wer hierher kommt, möchte ein paar Stunden für sich haben, zum Recherchieren, Schreiben, Designen, Denken, Lesen, Lernen. Oder zum Netzwerken mit anderen. Für einen Kundentermin in schöner wie professioneller Atmosphäre. Und das mit dem guten Gefühl, dass das Kind nebenan in guten Händen ist. Und: Räume á la Szenekiez gibt es bei uns auch. Latte Macchiato sowieso.

 

Vielleicht bald unsere Eingangstür? (Rot-blau-Leder einfach wegdenken.)

Vielleicht bald unsere Eingangstür? (Rot-blau-Leder einfach wegdenken.)

 

Ein Großteil des Unbehagens kommt vermutlich nur vom Wort: Lichtenberg. Auf die Frage, wo man denn seine Geschäftsräume habe, fühlt es sich einfach noch gewöhnungsbedürftig an, mit „Lichtenberg“ zu antworten, statt mit „Friedrichshain“, „Kreuzkölln“ oder „Mitte“. Es entsteht – zumindest gefühlt – immer gleich Erklärungsbedarf. „In Lichtenberg…. aber unsere Räume sind richtig schön – so fabrikmäßig. Wie in Kreuzberg quasi.“ Wir fänden es gut, wenn sich das ändert und das “aber” irgendwann wegfiele. Und könnten mit dem juggleHUB einen Teil dazu beitragen. Noch so ein schöner Gedanke.

Wie geht es nun weiter? Wir folgen unserem wohligen Kribbeln im Bauch und recherchieren. Nicht nur in Stadtmagazinen, sondern vor Ort. Was geht da eigentlich so im Lichtenberger Kiez? Was ist hinter der Platte? Wer wohnt und arbeitet in dem neuen Haus mit der interessanten Fassade? Wo kann man gut essen? Wo gibt es (außer bei uns) guten Kaffee? Welche Firmen sind nebenan und zwei Straßen weiter? Wir sind gespannt, welches Bild sich abseits des ersten Eindrucks ergibt.

Was haben wir in dieser Woche noch gelernt?

Ein zahnendes Kind kann den Gründungsprozess empfindlich entschleunigen. Ich wäre sowas von unsere beste Kundin gerade.

Es wird Zeit, erste Firmenpräsentationen vorzubereiten. Aus der Linksammlung habe ich das Tool Pitch Deck rausgefischt. Leider scheint es keine kostenlose Testversion mehr zu geben. Hat jemand damit gute Erfahrungen gemacht?